Australien – Südwesten

By ingebott

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In Perth angekommen…

die Sonne lacht, aber die Luft ist kühl, wie an einem Frühlingstag in Frankfurt. Wir sind voller Vorfreude auf Australien und fahren mit einem Shuttle-Bus in die Innenstadt, um uns ein Doppelzimmer im „Exclusive Backpackers“ zu nehmen.

Das Hostal ist ein altes Gebäude im viktorianischen Stil und ist super sauber und gepflegt. Es hat eine voll eingerichtete Küche. Vom Kühlschrank bis zur Mikrowelle ist alles vorhanden. Mit den jungen Leuten, die hier wohnen, kommen wir schnell in Kontakt. Die meisten von ihnen können sich keine eigene Wohnung leisten und leben von Gelegenheitjobs, die sie sich aus Zeitungsinseraten suchen. Alle sind nett und superfreundlich.
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Die Innenstadt von Perth können wir leicht zu Fuß erreichen. Die übliche Großstadthektik ist hier unbekannt. Alles geht seinen geregelten Gang. In Perth leben mehr Millionäre pro Quadratkilometer als im gesamten restlichen Australien. Es ist eine Bankstadt mit enormen Wachstum und die Skyline, sowie die Gebäude im viktorianischen Stil sind im ersten Moment faszinierend. Mit der Zeit bekommt man jedoch das Gefühl, dass alles ein wenig zu perfekt und etwas zu sauber ist. Als wenn nur Rentner hier leben würden und es keine Kriminalität geben könnte. Weit weg von der Realität der restlichen Welt.

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Parallel zur Büro- und Bankenmeile gibt eine große Fußgängerzone mit Dutzenden von Geschäften und zahlreichen Straßencafés. Wir können kaum glauben, wie teuer das Leben in Australien ist und die vielen McDonalds und Fish and Chips-Angebote machen uns nicht gerade an. So sind wir erstmal froh, dass wir auch selber kochen können.

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Ach ja. Die Australier hängen tatsächlich mit dem Kopf nach unten herum. Man gewöhnt sich mit der Zeit daran.

Nach 4 Tagen intensiver Suche hatten wir endlich das Auto gefunden, das wir haben wollten. Ein Ford Transit Diesel. Das Auto war so geräumig, dass wir bequem ein großes Bett darin hätten einbauen können, mit viel Stauraum darunter. Aber es sollte anders kommen. Als wir das Auto gekauft hatten und losfahren wollten, stellten wir gleich fest, dass irgendwas nicht stimmte. Das Auto zog einfach nicht richtig. Wir fuhren gleich wieder in die Werkstatt zurück und es stellte sich heraus, dass wir Kühlwasser verloren. Der Riss im Schlauch war auch schnell gefunden und repariert, aber der Safety Modus des Bordcomputers lies sich nicht resetten. Der Van fuhr im Safety Modus nicht mehr als 40 km/h. Der Händler vertröstet uns von einem Tag auf dem anderen und gab uns sichtlich genervt nach einer Woche das Geld zurück.

Danach haben wir den nächstbesten Van gekauft, der uns angeboten wurde. Er war zwar eine Nummer kleiner, aber es passte noch ein 1,40 x 2,00 m Bett hinein und er ließ sich mit Gas und Benzin betanken. Gas ist auch hier günstiger als Diesel und Benzin. Noch am gleichen Tag haben wir alles gepackt und sind Richtung Süden losgefahren.

img_4661.jpgDie erste Nacht (und auch die weiteren Nächte) im Auto war(en) saukalt. Dennoch war es wunderschön, am Morgen am Meer aufzuwachen, als die ersten Sonnenstrahlen uns ins Gesicht schienen. Es war so kalt, weil sich an den Scheiben überall Kondenswasser gebildet hatte, was dieses kalte, klamme Gefühl verursachte.

Nach einem kleinen sonnigen Spaziergang waren wir schon wieder guter Dinge und fuhren erstmal nach Fremantle, um zu frühstücken.

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Außer dem Markt hatte Fremantle jedoch nicht viel zu bieten. Es ist ein kleiner nobler Vorort von Perth mit vielen bunten spätviktorianischen Häusern. Auf das 1831 erbaute Roundhouse, das bis 1991 als Gefängnis genutzt wurde und heute als Touristenattraktion dient, hatten wir keine Lust. Wir haben uns die 1897 erbaute Marktstätte angesehen, die außer Obst- und Gemüseständen natürlich viel Nippes für die Touris verkauften. Wir haben hier gefrühstückt und sind dann weitergefahren.

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Es ist zurzeit Frühling in Australien und es ist die schönste Zeit, um die Wildblumen zu sehen, die alle am Blühen sind. Es gibt viele Wanderwege und Naturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten. Leider ist es an der Küste zu windig um sich dort zu lange aufzuhalten. Wir sind hier auf der südlichen Hemisphäre und der Winter ist noch deutlich zu spüren. Wir begnügen uns mit kleinen Wanderungen am Strand, um uns die Beine zu vertreten und die Landschaft zu genießen.

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Zum Baden ist es natürlich erst recht zu kalt und zu windig. Am Cape Leeuwin trifft der Indische Ozean auf den Pazifischen Ozean. Es ist der südwestlichste Punkt des australischen Festlandes. Von Mai bis Oktober kann man hier vorbeischwimmende Wale beobachten. Leider hat sich kein Wal blicken lassen.

Mittlerweile haben wir auf einem Campingplatz übernachtet, um mal wieder in den Genuss einer Dusche zu kommen. Auch hier gibt es Küchen, die man zum Kochen nutzen kann, aber die meisten Australier haben ihre eigene Ausrüstung dabei. Wir können kaum glauben, was die alles mit sich herumschleppen. Wenn es schon kein luxuriöser Wohnwagen ist, dann mindestens ein 4WD mit großem Anhänger, der dann randvoll mit Zelten, Tischen, Stühlen, Geschirr, Getränke, Essen, Fernseher und Satellitenschüssel beladen ist.

Morgens um 6:00 Uhr geht das Geklapper und Türenschlagen dann los. Wir sind schon so früh auf den Beinen, dass wir auf die 4 Stunden bis zur Öffnungszeit der Tropfsteinhöhle nicht warten wollen. Da wir schon so viele Höhlen gesehen haben, fahren wir lieber weiter am Margaretriver entlang. Es ist eines der bekanntesten australischen Weinanbaugebiete.

Unterwegs sehen wir viele tote Kängurus, die am Straßenrand liegen und von Aasgeiern und anderen Vögeln gefressen werden. Offensichtlich sind diese Tiere nachtaktiv, da wir bisher nur ein lebendes Känguru auf der Straße gesehen haben, das gleich wieder im Gebüsch verschwand und ein zweites, dass verzweifelt an den kilometerlangen Zäunen den Rückweg nicht finden konnte.

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Dann ging es weiter durch fruchtbare Täler und einsame Wälder, bis wir schließlich zum „Valley of the Giants“ kommen. Wir sind im Walpole Nornalup National Park. Ein riesiges Stahlgerüst zieht sich entlang den Baumkronen von Eukalyptusbäumen. Von hier oben soll man eine „andere Perspektive“ von der Größe der Giganten bekommen. Leider irritiert das Stahlgerüst mehr, weil es schwankt und man sich auf die Laufstege konzentrieren muss, als dass es hilft, die Baumhöhe richtig abzuschätzen. Hier wird wohl eher die hervorragende Stahlkonstruktion an die Touristen verkauft als alles andere.

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Naja. Im Vergleich sollten die Menschen eigentlich wie Ameisen neben den Riesen zusammenschrumpfen. Aber die Karri-Bäume waren nicht ganz so hoch und nicht ganz so alt, als dass sie uns wirklich beeindruckt hätten. Wir haben halt schon auf anderen Kontinenten höhere, dickere und ältere Bäume gesehen.

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Kurz vor Albany treffen wir auf die „Elephant Rocks“. Im Gegensatz zu Markus hatte ich keine Probleme, die Herde von Elefanten zu erkennen, die sich aus den seltsam geschliffenen Granitblöcken mit ein bisschen Fantasie in die Form von grauen Dickhäutern einfügten. Mir haben sie jedenfalls gut gefallen und es hat Spaß gemacht, darauf herumzuklettern.

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Albany ist eine alte Hafenstadt, die bereits 1827 von den ersten Siedlern gegründet wurde. Es gibt noch einige alte Häuser aus der Gründerzeit zu sehen. Bis zu 850 Pottwale wurden hier jährlich gefangen, zerlegt und weiter verarbeitet. Erst 1978 wurde hier die letzte Wahlfangfirma geschlossen und das alte Firmengebäude in ein Museum umgewandelt. Im Radio haben wir gehört, dass die Japaner dieses Jahr noch 50 Pottwale in der Antarktis fangen wollen. Die Australier regen sich darüber auf, weil es Tourismus schadet. Albany z.B. lebt vom Tourismus und der boomenden Whale Watching Industrie.

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Südlich von Albany übernachten wir im Torndirrup National Park und sehen uns am Morgen die spektakuläre Felsenküste an. Die Brandung erzeugt natürliche Wasserfontänen, die um so höher spritzen, je stärker die Brandung ist. Man muss schon aufpassen, um keine unerwartete Dusche abzubekommen. Über Laufstege und Aussichtsplattformen kann man die imposanten Felsformationen bestaunen, die sich durch die ständige Erosion gebildet haben. Hier ist die „Natural Bridge“ zu sehen.

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Über den Stirling Range National Park fahren wir dann endlich wieder Richtung Norden. Das Landesinnere ist nicht sehr aufregend, aber das hat Markus super in seinem Blog beschrieben. Eine Tankstelle war manchmal der Mittelpunkt des Geschehens. Ein paar Häuser noch drum herum, sonst nichts. Hinter der Ladentheke eine fette alte Frau, die das Benzin kassierte und die Imbissbude bediente. Essen konnte man meistens nur irgendwelche selbstgemachten Pies und Hamburger mit Fritten. Ich kann bis heute nicht verstehen, wie die Australier mit so viel Frittiertem leben können. Kein Wunder, dass viele übergewichtig sind.

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Und die Fliegen !!! Kaum zu glauben, wie penetrant die sein können. Fliegen direkt in die Augen, Nase und Ohren. Markus hätte fast eine verschluckt. Auf einem Rastplatz flüchten wir regelrecht in unser Auto zurück, schließen die Fenster und versuchen, die Fliegen, die mit uns ins Innere gekommen sind, wieder loszuwerden. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als einen Hut mit Fliegennetz zu ergattern, das über den Kopf gestülpt wird, um wenigstens das Gesicht frei von dieser Plage zu haben. Ist jedoch äußerst schwierig, wenn man damit etwas essen oder trinken möchte. Jedenfalls sehen wir heiß damit aus.

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Unsere letzte Station südöstlich von Perth war der Wave Rock. Der Fels sieht aus wie eine Riesenwelle mitten im Buschland. Er soll 2,7 Milliarden Jahre alt sein. Tatsächlich ist es ein fast 100 m langer und 15 m hoher Granitfelsen, der durch einen – inzwischen gestauten – Fluss ausgehöhlt wurde. Die schwarz-weiß-roten Streifen sind eine Hinterlassenschaft des Regens, der dafür sorgte, dass sich Eisenoxide und Karbonate ablagerten. Wir haben hier übernachtet und ein tolles Abendessen im nahegelegenen Hotel genossen. Jeder konnte sich sein Fleisch auf einem Tischgrill selber zubereiten und es gab ein tolles Buffet mit Salaten und frischen Gemüsen. Endlich mal was Anständiges zu essen!!!

Auf dem Weg zurück nach Perth fahren wir wieder durch einsame Farm- und Buschlandschaft. Die Farmen hier sind so groß, dass man sie von der Straße aus nie zu Gesicht bekommt. Immer wieder fahren wir an Känguru Kadavern vorbei. Niemand holt sie von der Straße. Wie die Australier gewöhnen auch wir uns an den Anblick. Oft kriechen Echsen quer über die Straße. Wir sehen immer öfter Sträuße. Sie sind zwischen den Büschen kaum zu erkennen, nur wenn sie sich bewegen. Ihr Gefieder ist farblich von der umgebenden Natur kaum auszumachen.

Wir sind froh endlich in Richtung Norden zu fahren, wo es wärmer ist und wir auch tauchen und schnorcheln können.

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