Wir fahren von Noosa aus in Richtung Süden an der Sunshine Coast entlang nach Brisbane und weiter bis nach Sydney.
Es regnet in Strömen. Wir übernachten in Caloundra. Im Fernseher haben wir gesehen, dass der größte Luxusliner der Welt „die Queen Viktoria“ gestern in Brisbane angelegt hat. Für die Liegegebühr mussten sie eine Million Dollar zahlen. Bei den Preisen wollen sie künftig die Ostküste nicht mehr anfahren.
Wir sprechen mit 2 Franzosen auf dem Campingplatz, die behaupten, dass das Kreuzschiff heute Abend um 22 Uhr direkt am Strand an unserem Campingplatz vorbeifährt. Wir können es kaum glauben, gehen aber trotzdem nachsehen. Und tatsächlich, wir kommen gerade an, da kommt das Schiff auch schon um die Ecke. Die Bilder sind natürlich nichts geworden, weil wir keine Nachtaufnahmen machen konnten.
Am nächsten Tag klärt das Wetter auf. Wir fahren zu dem Glass House Mountains Nationalpark, 70 km nordöstlich von Brisbane. Der Park ist 8.83 km² groß und besteht aus 12 Vulkanhügel, die vor 25 Millionen bis 27 Millionen Jahren entstanden sind. Tiefgrüne Berge prägen das Hinterland an der Sunshine Coast, aber das Wetter war sehr schlecht. Es regnete fast ununterbrochen.
Ganz in der Nähe von den Glass House Mountains kamen wir an dem „Australia Zoo“ vorbei. Obwohl der Eintritt sehr teuer war, konnten wir nicht widerstehen, uns die Koala Bären aus der Nähe anzusehen. Da sie den ganzen Tag nur Eukalyptusblätter fressen und davon high sind, hängen sie träge in den Bäumen herum. Man darf sie im Gehege sogar anfassen und streicheln.
Das hier sind Landschildkröten, die über einen Meter groß werden. Das Männchen hatte immer wieder versucht, das Weibchen zu besteigen, rutschte aber immer wieder an dem Panzer ab. Selbst nachdem wir durch den ganzen Zoo gelatscht sind und auf dem Rückweg wieder vorbeikamen, war der arme Kerl immer noch dabei, sein Glück zu versuchen.
Brisbane ist die Hauptstadt des Bundesstaates Queensland mit 1,73 Mio Einwohnern. Die Stadt ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in der Erdölindustrie. Nördlich und südlich der Stadtgrenze beginnen die Ferienparadiese der Sunhine Coast und der Gold Coast. Wir sind mit einem Tagesticket kreuz und quer am Brisbane River durch die ganze Stadt gefahren und waren ganz beeindruckt von dem tollen Flair dieser Stadt.
Brisbane wurde 1824 als Strafkolonie gegründet und ist nach dem damaligen Gouverneur von New South Wales, Sir Thomas Brisbane benannt. Auf der Suche nach einem geeigneten Standort für eine neue Strafkolonie landete der Soldat und Entdecker John Oxley 1823 am Brisbane River. Die ursprüngliche Kolonie wurde 1824 in Redcliffe gegründet, doch ein Jahr später weiter flussaufwärts in das heutige Stadtzentrum verlagert.
Queenslands Hauptstadt ist eine lebendige Millionen-Stadt mit lässigem Flair, geprägt vom angenehmen subtropischen Klima. Die sonnigste Großstadt Australiens ist ein expandierendes modernes Wirtschaftszentrum, das eine besondere Boomphase in den 80er Jahren durch die EXPO 88 hatte. Brisbane hält sich weitgehend raus aus dem australischen Städte-Wettbewerb. Man lebt einfach in dem Bewusstsein, dass es hier sowieso am schönsten sei.
Surfers Paradise dagegen war mit den vielen Hochhäusern so hässlich, dass wir uns nicht lange hier aufgehalten haben. Ähnlich wie in den Hochburgen Spaniens findet man hier die Souvenirshops, Luxushotel, Bars und Restaurants. Wir konnten kaum glauben, dass das hier eines der beliebtesten Touristenzentren Australiens sein soll.
Wir sind nach Byrons Bay ausgewichen. Hier gab es zwar keine Hochhäuser, aber der Ort war auch schon touristisch voll erschlossen. In einem alten umgebauten Bahnhof konnten wir jeden Abend Livemusik hören, was uns natürlich super gefallen hat. Das idyllische Örtchen ist ebenso ein Mekka für Server und mit jungen Leuten vollgepackt.
Mit Byron Bay haben wir bereits Queensland verlassen und sind jetzt in New South Wales, aber auch hier waren de Strände superschön. Von diesem Leuchtturm aus hatten wir eine fantastische Sicht über die ganze Bay. Ein schöner Rundweg führte hinunter zum östlichsten Punkt Australiens.
Dann ging es weiter entlang der Ostküste zum Red Rock. Eigentlich sind wir hier nur gelandet, weil wir müde waren und einen Campingplatz gesucht hatten. Die Geschichte hier war aber sehr traurig. Eine Gedenktafel erinnerte daran, dass man Aborigines gezwungen hatte, von diesem Felsen in den sicheren Tod zu springen.
Die Strände waren einfach unglaublich schön. Wir haben lange und wunderschöne Spaziergänge gemacht. Hin und wieder gab es ein paar Server zu sehen, aber ansonsten menschenleere Strände und das an der Ostküste! Unglaublich.
Die Sonne verschwand hinter den Bergen und tauchte das ganze Meer in pastellfarbenes Licht. Wir waren total fasziniert. Von hier ging es weiter nach Stuarts Point, das in einem wunderschönen Nationalpark lag. Auch hier einsame Strände so weit man blicken konnte.
Hier sind wir bereits in Port Macquarie. Es war früher eine verschärfte Strafkolonie für alle, die wiederholt straffällig geworden war. Die Leute mussten hier lebenslänglich hart arbeiten von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang und das Tag für Tag. Im historischen Museum versucht man, einen Eindruck von den damaligen Zuständen zu vermitteln.
Für den Export der Kohle, die in der Region in großen Mengen gefördert wurde, benötigte man einen Hafen, der hier in Newcastle im Jahr 1804 gebaut wurde. Noch heute werden hier die Produkte der Stahlindustrie verschifft.
Wir waren von einigen abgewrackten Stadtteilen ganz irritiert. Die Stadt hat offensichtlich kein Geld, um die Gebäude instand zu halten. Man müsste jetzt, wo die Immobilienpreise niedrig sind, die stadtnahen Häuser aufkaufen und darauf warten, dass sich der Arbeitsmarkt wieder erholt. Dann könnte man hier reich werden….
Auf unserem Campingplatz im Lane Cove Nationalpark, 15 km von Sydney entfernt, haben wir den australische Lieblingsvogel, den Kookaburra, fotografieren können. Meistens, morgens um 5:00 Uhr fangen die Vögel mit einem lauten Spektakel an zu zwitschern. Der Kookaburra hört sich dagegen an, als wenn jemand gerade laut lacht. Mit einem Lachsack durchaus vergleichbar.
















