Das Stadtbild von Manila prägen Inseln von Luxus und Wohlstand neben ausufernden Slumvierteln.
Manila wurde im Pazifikkrieg durch die japanische Armee am 2. Januar 1942 besetzt. Nach der erfolgten Landung der Amerikaner auf Luzón begann ab dem 5. Februar 1945 unter dem amerikanischen General Douglas Mac Arthur der Rückeroberungskampf um die Stadt. Dabei wurde die Stadt weitgehend zerstört. Bei den Kämpfen verübten die Japaner auf Anweisung aus Tokio während der letzten drei Februarwochen das Massaker von Manila, bei dem etwa 111.000 Zivilisten ermordet wurden. Die Befreiung der Stadt erfolgte schließlich am 23. Februar.
Die Mehrheit der Manileños besteht aus Filipinos, mit Tagalog als Muttersprache. Den größten ausländischen Bevölkerungsanteil in Manila bilden Chinesen, die seit Jahrhunderten in Manila leben. Dazu gibt es noch einen großen Anteil Amerikaner, Spanier, Araber, Indonesier und Koreaner.
In der Metro Region Manila leben rund fünfzehn Millionen Einwohner, damit belegt Manila Rang 19 der bevölkerungsreichsten urbanen Agglomerationen weltweit. Wir waren schon von dem Chaos in Manila vorgewarnt und haben uns direkt am Flughafen ein Hotel gesucht. Am nächsten Tag sind wir mit der Metro ins Zentrum gefahren, um uns die spanische Enklave „Intramuros“ anzusehen.
„Intramuros“, die Stadt in Mauern, ist das Manila der Vergangenheit. Hier errichtete Legaspi 1571 nach dem Sieg über die Moslems eine Festung. Zum Bau der Schutzmauern und eines breiten Wassergrabens rundherum wurden die Filipinos gezwungen. Weder Holländer noch Portugiesen konnten die Festung stürmen.
Fast völlig zerstört wurde Intramuros durch Bombenangriffe während des Zweiten Weltkrieges. Relativ unversehrt blieb dabei die San Augustin Church. 1599 wurden die Grundsteine für das massive Gotteshaus gelegt, nachdem Brände die erste Konstruktion vernichtet hatten. Es überstand viele schwere Erdbeben.
Dem Kirchenkomplex angegliedert ist ein Museum mit vielen Kirchenbildern, Altären, Gewändern, Heiligenfiguren und Chorstühlen, die von den Augustinermönchen hier aufbewahrt werden. Die wichtigsten Missionare, die auf den Philippinen landeten, waren Dominikaner, Jesuiten, Franziskaner und Augustiner.
Innerhalb der Mauern entstand unter anderem eine kleine Stadt mit feudalen Herrschaftshäusern, zwölf Kirchen und mehreren Hospitälern. Leben durften in der Anlage allerdings nur Spanier und Mestizen.
Hier stehen 2 spanische Wachen vor dem schön anzusehenden Casa Manila, eines der feudalen Herrschaftshäuser, das zwischenzeitlich restauriert und mit den originalen alten spanischen Möbeln wieder ausgestattet wurde.
Im Innenhof vom Casa Manila führen viele Treppen und kleine verwinkelte Terrassen in die oberen Räume der Villa. Uns gefielen die hohen offenen Fensterläden, die frischen Wind und eine tolle Aussicht auf die Stadt zuließen. Man wusste eben schon damals gut zu leben.
Um dem Straßenbild von damals Ausdruck zu verleihen, fahren noch die Pferdekutschen durch die kopfsteingepflasterten Straßen. Mit der Restauration weiterer historischer Gebäude wurde zwischenzeitlich begonnen. Zwei der sieben Tore der Stadt sind bereits erneuert.
Intramuros ist der Sitz der Erzdiözese in Manila. Diese Kathedrale mit der mächtigen Kuppel ist eine der bedeutendsten Kirchen auf den Philippinen. Mithilfe des Vatikans wurde das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Gebäude auf dem Plaza de Roma (im Stadtteil Intramuros) kurz nach dem Krieg wieder aufgebaut.
Die wichtigste Verteidigungsanlage der Festungsstadt Intramuros war das Fort Santiago. Aus strategisch günstiger Lage an der Mündung des Pasig Rivers konnte das Geschehen in der Bucht von Manila kontrolliert werden.
Gefürchtet und berüchtigt waren die unter dem Meeresspiegel liegenden Kerkerzellen, in denen es bei Hochwasser für die Gefangenen oftmals keine Rettung mehr gab. Unzählige Filipinos mussten hier während der japanischen Besatzung im Zweiten Weltkrieg ihr Leben lassen.
Auch Dr. Jose Rizal, ein philippinischer Nationalheld, verbrachte seine letzten Tage in einer Zelle des Forts, bevor ihn die Spanier 1896 hinrichteten. Sein berühmtes Buch „Rühre mich nicht an“ wurde 1887 in Berlin veröffentlicht. Er träumte von der Unabhängigkeit seines Landes und als 1896 die Philippinische Revolution ausbrach, wurde er wegen Anstiftung zur Rebellion zum Tode verurteilt.
Heute ist das Fort Santiago unter Denkmalschutz. Innerhalb der Anlage gibt es ein Freilichtmuseum, ein Rizal Museum und eine Ausstellung alter Autos, die von philippinischen Persönlichkeiten gefahren wurden.
Von der Festung Santiago kann man bereits einige Slums sehen. Vermutlich leben 1,5 Millionen Menschen unter diesen erbärmlichen Zuständen. Nach dem Zusammenschluss von 17 Städten und Gemeinden wurde 1975 aus der Großstadt Manila die Metropole Manila, die mit viel zu vielen Autos, einem alltäglichen Verkehrschaos und einer alarmierenden Luftverschmutzung zu kämpfen hat.
Viele Müllsammler errichten ihre Hütten direkt an den Abhängen der Deponien. In Payatas, in Quezon City, findet sich einer der größten Müllberge der Metropole: Tausende Familien leben dort am und vom Müll. Im Sommer 2000 stürzte der riesige Abfallberg nach heftigen Regenfällen ein und begrub hunderte Menschen unter sich. Es gab mehr als 200 Tote.
Den sogenannten Tourist Belt mit seiner Prachtstraße, dem Roxas Boulevard, und den vielen Hotels, Geschäften und internationalen Restaurants wollten wir uns am nächsten Tag ansehen. Aber Markus hatte sich im Flieger eine Erkältung zugezogen, sodass wir die Stadtteile Ermita und Malate, sowie den chinesischen Friedhof nicht gesehen haben.
Ebenso haben wir die Skyline von Manila nur aus der Metro gesehen. Das ganz große Geld steckt in Makati, wo die internationalen Banken, Versicherungsgesellschaften und Konzerne ihre Zentralen und Büros haben und die meisten Fluggesellschaften und diplomatischen Vertretungen zu finden sind. Am Rande von Makati liegen dann auch die geschlossenen vornehmen Wohngebiete, mit ihren eigenen privaten Wächtertrupps.
Die Behörden in Manila haben erkannt, dass ein öffentliches Verkehrsmittel – wie diese Metro-Hochbahn – erheblich zur Reduzierung des Straßenverkehrs beitragen kann, und forcieren den Ausbau des Bahnnetzes. Aus Kosten- und Platzgründen setzten die Planer die Trasse auf Betonstelzen in die Mitte großer Boulevards; die Linien folgen demnach großen Hauptverkehrsadern der Stadt.
Für diesen einen Tag hatten wir genug von Manila gesehen. Wir waren froh, als wir mit der Metro wieder zu unserem kleinen Hotel zurückfahren konnten. Am nächsten Tag lag Markus flach und ich hatte keine Lust, alleine in dieser riesigen Stadt herumzulaufen. Soviel Armut und so viele Menschen, die betteln, hatten wir nicht erwartet. Da wir am nächsten Tag bereits auf die Insel Palawan im Südwesten von den Philippinen fliegen wollten, haben wir den 2. Tag in Manila mit Lesen und Gammeln zugebracht.





















