Philippinen – Palawan

By ingebott

Palawan ist die Hauptinsel der gleichnamigen Provinz und die drittgrößte Inselgruppe im Südwesten der Philippinen.

Mit einer Länge von 425 km und einer Breite von etwa 40 km bedeckt die Insel Palawan ca. 12.000 km². Die schmalste Stelle der Insel ist nur 8,5 km breit. Die Insel liegt etwa 580 km südwestlich von Manila. Eine Bergkette zieht sich entlang der gesamten Insel, deren höchste Erhebung der Mount Mantalingajan mit 2.085 m ist.

Der Flug von Manila nach Porto Princessa war mit seinen 2 Stunden Flugdauer recht angenehm. Wir waren ganz verblüfft, als wir von einer Militärkapelle begrüßt wurden. Das ausgesuchte Resort, in der Nähe des Flughafens, war leider ausgebucht, sodass wir mitten in Porto Princessa in ein Business Hotel ausweichen mussten. Eine Amateurband spielte am Abend im gegenüberliegenden Kulturzentrum und wir konnten den Fernseher gar nicht laut genug stellen, um die Band zu übertönen.

Dennoch war es ganz schön, mitten im Geschehen zu sein. Anders als in Manila waren die Menschen freundlich und freuten sich sogar, wenn man von ihnen Fotos machte. Markus war überglücklich, weil er seine alten Sandalen repariert bekam. Mit dem Gummi von einem Motorradreifen besohlt kann er jetzt weitere drei Jahre auf seinen Quadratlatschen herumlaufen.

Die Insel war bis zum Ende des 20. Jahrhunderts von ausgedehnten Korallenriffen umgeben, die rasant und fast flächendeckend durch Dynamit- und Cynanidfischerei zerstört wurden. Die Provinz Palawan ist die am dünnsten besiedelte Inselgruppe des Landes, gerade einmal 755.412 Menschen wurden nach dem letzten Zensus 2000 gezählt.

Etwa 170.000 davon leben allein in der Hauptstadt Puerto Princessa. Um der geringen Besiedlung entgegenzuwirken, sorgt der Staat für preisgünstige Grundstücksangebote. So gibt es sogar spezielle Einwanderungsprogramme für Senioren aus den Industriestaaten bzw. wirbt für Leute mit einem Alter unter 35, die sich auf Palawan ansiedeln wollen. Diese Politik wird allerdings zunehmend eingestellt, da sie Unmut unter der einheimischen Bevölkerung auslöste.

Nachdem wir unser Visa verlängert und Geld gewechselt hatten, konnte es endlich losgehen. Ziel war Sabang, das auf der anderen Seite der Insel lag. Zum Glück konnten wir uns vorne die Beifahrersitze für die 3 stündige Fahrt über unwegsame Straßen sichern. Als sich dann noch ein weiterer Fahrgast, links neben dem Fahrer quetschte, sodass der Fahrer die ganze Strecke dann schräg zum Lenkrad und zu den Pedalen saß, war ich froh, überhaupt heil anzukommen.

Aber es ging alles gut. Die Insel ist wunderschön. Trotz strömenden Regens, den zwei französische Touristinnen auf dem Dach des Busses über sich ergießen lassen mussten, konnten wir die weiten Täler und Berge des wunderschönen Regenwaldes erspähen, der die ganze Insel überzieht. Als wir in Sabang eintrudelten, war außer ein paar Souvenirshops und einigen Strandhütten nichts weiter zu sehen.

Müde von der Schaukelei, haben wir dann auch gleich die erstbeste Strandhütte genommen und bis zum Abendessen geschlafen. Die Hütte bestand aus zwei Betten mit Moskitonetzen und einem abgetrennten Part, wo Toilette und Dusche untergebracht waren. Alles war einfach, aber sauber. Umgerechnet haben wir gerade mal 8 € für die Übernachtung bezahlt.

Nach einem langen Strandspaziergang haben wir dann auch ein nettes kleines Restaurant mit Meerblick gefunden. Der Sonnenuntergang, ein gutes Fischgericht und ein Bier. Hier wollte ich vorerst nicht mehr weg.

Am nächsten Morgen erwartete uns in Sabang eine Tour auf dem längsten unterirdischen Fluss der Welt im Puerto Princessa Subterranean River National Park, der 1999 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde und – Markus war krank – .

Also bin ich alleine zum Bootsanlegesteg gegangen und habe einen Engländer mit seiner russischen Freundin kennengelernt, denen ich mich anschließend konnte. Zusammen haben wir ein Boot gemietet, das uns zum Eingang der Höhle brachte. Die Fahrt dauerte nur eine halbe Stunde, vorbei an dem tollen tropischen Regenwald.

Wir wurden ausgestattet mit Rettungsweste, Kopflampe und Helm und durften dann zusammen mit dem Bootsführer in das Innere der Höhle vordringen. An dem kleinen Mangrovenfluss befindet sich ein einzigartiger Karst-Dschungel der sich mit einer Länge von 4,2 km durch die beeindruckenden Höhle schlängelt.

Ganz ruhig glitten wir an riesigen Stalagmiten und Stalaktiten vorbei, von denen viele von unserem philippinischer Bootsführer namentlich benannt wurden. Er sah in den Gesteinsformen alles Mögliche wie Kathedralen, Schiffsrümpfe, Heiligenfiguren, Mutter mit Kind und natürlich alle Arten von Tiere.

Man konnte schon in eine andere Welt versinken und da es noch sehr früh war, hörte man außer dem Plätschern einiger Wassertropfen und dem Eintauchen des Paddels unseres Bootes nichts. Absolut nichts. Die Scharen von Touristen würden erst später kommen.

Ich habe gelesen, dass im Süden von Palawan, 1978 das Volk der Tao’t batu entdeckt wurde, die in dem schwer zugänglichen Hochtal des Singnapan-Beckens und in einem sich 30 km nach Süden anschließenden Gebiet leben. Sie leben noch immer in Höhlen, unter steinzeitlichen Verhältnissen. Die Regenzeit verbringen sie in Höhlen und Grotten, in der Trockenzeit betreiben sie einfache Landwirtschaft. Ihr Glaube verlangt es, dass getötete Tiere durch Nachbildungen aus Stein oder Holz ersetzt werden, um die Natur zu entschädigen. Einen Kontakt mit der Außenwelt gibt es nur sehr spärlich und die Führer der Tao’t batu meiden möglichst den Kontakt. Kurz nach der Entdeckung dieses Volkes wurde das gesamte Gebiet als „absolute off-limits“ erklärt und sämtlicher Zugang per Gesetz verboten.

Vor 175.000 Jahren war der Meeresspiegel so niedrig, dass eine durchgehende Landbrücke nach Asien bestand. Diese war für Mensch und Tier ein offenes und einladendes Einwanderungstor, und dieser Korridor wurde vor allem von der Fauna intensiv genutzt. Die Insel Palawan hatte im Gegensatz zu den übrigen philippinischen Inseln auch noch in den jüngeren Eiszeiten Kontakt zum asiatischen Festland.

Nach Wiederanstieg des Meeresspiegels wurden viele Lebewesen von den übrigen Arten isoliert und entwickelten sich zu bisher bekannten 232 endemischen Tierformen, wie dem Schuppentier („Palawan-Ameisenbär“) und dem Rotsteißkakadu (Philippine Cockatoo); endemische Unterarten gibt es etwa von dem zur Familie der Schleichkatzen gehörenden, ungewöhnlich aussehenden Binturong oder Marderbär (Bear Cat) oder der hauskatzengroßen Bengalkatze (Leopard Cat), um nur einige zu nennen.

Die Verantwortlichen haben es 1993 geschafft, die Tätigkeit der Holzfäller einzuschränken, und so die ursprüngliche Vielfalt der Regenwälder mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt zu bewahren. Noch immer existieren der sogenannte Eisenbaum, die Königskobra, seltene Papageien und mehr als 600 Arten von Schmetterlingen. Das liegt auch daran, dass Palawan recht dünn besiedelt ist und einige Naturschutzgebiete existieren. Trotzdem wird vor allem im südlichen Teil und sogar im Nationalpark bei Sabang immer noch illegal eingeschlagen.

Nach unserer Underground-Tour wollten wir nicht mehr mit dem Boot zurückfahren, sondern sind die 5 km lange Strecke des Monkey Trails durch den Regenwald gewandert. Der Weg führte über viele Stufen treppauf und treppab, vorbei an schönen Stränden und Buchten. Zum Glück hatte ich eine Flasche Wasser dabei, die wir uns zu dritt teilten.

Am nächsten Tag war es regnerisch. Unser Boot in Richtung Port Burton verlies Sabang um 8:00 Uhr. Wir waren froh, dass wir mit dem Boot weiter reisen konnten, da die Straßen bei diesem Wetter unpassierbar waren. Die Fahrt mit dem Boot dauerte nur 3 Stunden und wir konnten es kaum noch abwarten, endlich schnorcheln zu gehen.

Markus ging es wieder gut und auf dem Boot haben wir uns mit einem Engländer (Rodney) und seiner philippinischen Freundin (Liz) zusammengetan, die auch in Port Burton ausstiegen. Nachdem wir ein schönes Hotel gefunden und unser Gepäck abgestellt hatten, sind wir auch gleich auf Erkundungstour gegangen.

Port Burton war ein Minikaff. Außer ein paar Bretterbuden zum Einkaufen, eine Tankstelle und die Strandhütten, bzw. Hotelresorts gab es nichts. Wir fanden ein Restaurant, das einem Amerikaner mit seiner philippinischen Frau gehörte. Er war ausgesprochen nett und hat viel über die Insel und die Menschen hier erzählt. Es leben wohl auch einige Europäer hier und Markus erkundigte sich gleich, ob er hier nicht bleiben und sich was mieten könnte.

Rodney wollte unbedingt einen Tauchkurs machen. Gleich am nächsten Tag konnten wir mit dem Tauchboot rausfahren und endlich schnorcheln, währenddessen Rodney seine ersten Tauchlektionen bekam. Die Korallen waren an einigen Stellen wunderschön und es gab auch viele Fische zu sehen. Aber an anderer Stelle konnten wir auch die abgestorbenen Korallen sehen, die wahrscheinlich durch Dynamitfischen kaputt waren. Jedenfalls haben wir uns mit dem deutschen Pärchen (Doris und Heinz) angefreundet, denen die Tauchschule gehörte, und sind am nächsten Tag wieder mit rausgefahren, um diesmal noch schönere Tauchgebiete zu sehen.

Auf dem Rückweg haben wir uns dann das Haus eines Schweizers angesehen, das zu vermieten war. Es war einfach toll. Eine neue moderne Einbauküche mit einem großen Wohnraum, von dem man eine wunderschöne Sicht auf das Meer hatte. Alles komplett verglast. Darüber befand sich das Schlafzimmer mit einem kleinen Balkon. Alles war mit Solarstrom betrieben, sodass man von der Stromversorgung der Insel unabhängig war. Markus möchte unbedingt herausfinden, wie hoch die Miete ist. Wahrscheinlich zu hoch.

Bei der Weiterfahrt nach El Nido hatten wir das erste Mal Probleme. Ein Amerikaner, der sich uns eigentlich anschließen wollte, hat sich kurzerhand unser Boot unter den Nagel gerissen. Doris hat uns dann ein Ersatzboot organisiert, dessen Besitzer jedoch nicht in der Dorf Assoziation war. Die Männer des Dorfes versammelten sich am Strand und wollten uns nicht abfahren lassen, da wir angeblich nicht versichert wären. Da sie uns aber auch keine Versicherung vorweisen konnten, haben sie dann nachgegeben, wütend darüber, dass Doris uns diesen Kerl überhaupt vermittelt hat. Nun hoffen wir, dass sich der Streit nicht negativ auf ihr Geschäft auswirkt.

Wie auf einer Nussschale sind wir auf hohen Wellen Richtung El Nido geschaukelt, vorbei an den malerisch von schroffen, steilen Kalksteinfelsen umrahmten Küstenabschnitt, der kurz vor El Nido auftaucht. Die attraktiven Felsinseln erinnern ein wenig an die Halong Bucht in Vietnam. Das Bacuit-Archipel soll ein ausgezeichnetes Schnorchel- und Tauchgebiet sein.

Die Häuser und Straßen in El Nido sind sauber und gepflegt und wir sind froh, endlich wieder in einer kleinen Stadt zu sein. Es gibt auch einen kleinen Flughafen und durch verbesserte Verkehrsverbindungen finden immer mehr Touristen in diesen hübschen, kleinen Ort.

Nachdem wir schöne Zimmer in einem Strandhaus mit Blick die Bucht von El Nido gefunden hatten, sind wir gleich am Strand entlang spaziert, um etwas Essbares zu finden. Der Tintenfisch in Garlic Souce schmeckte vorzüglich und im Anschluss daran fanden wir sogar eine Bar in der Livemusik gespielt wurde. Wir waren so angetan von der Band, dass wir am nächsten Tag wieder dahin gehen wollten.

Am nächsten Tag wollten wir nur Faullenzen und ein bisschen Schwimmen. Unsere Freunde Rodney und Liz hatten sich ein Paddelboot gemietet, um in der Nähe zu schnorcheln. Aus Angst, das Boot könne kentern, sind sie dann unverrichteter Dinge wieder zurückgekommen.

In der Bar, wo Livemusik gespielt wurde, war plötzlich eine Gruppe Europäer aufgetaucht, die sich besonders toll vorkam. Zwei junge Frauen waren so laut am Reden und am Lachen, dass man sich nicht mehr auf die Musik konzentrieren konnte. Als die beiden dann auch noch anfingen zu tanzen, was sie eigentlich gar nicht konnten, sind wir gegangen.

Ich wäre gerne noch ein oder zwei Tage länger in El Nido geblieben, aber wir haben uns irgendwie dazu verleiten lassen, die Tickets schon vorher zu kaufen, weil die Anzahl an Personen, die mitfahren konnten, beschränkt war. So fuhren wir mit der nächsten Fähre nach Coron, ohne die Tauchgebiete von El Nido ergründet zu haben.

Eine Antwort schreiben