Vor uns lagen die Inseln Coron, Mindoro, Panay, Negros und Cebu, die wir in 21 Tagen bereisen und einige schöne Tauchgebiete finden wollen.
Mit Verbesserung der Fähr- und Flugverbindungen zu anderen Städten und Inseln setzte in dieser schönen Inselwelt auch eine touristische Entwicklung ein. Noch leben die Menschen hauptsächlich vom Fischfang und vom Verkauf von Cashewnüssen, die vornehmlich auf Busuanga und Culion geerntet werden.
Die Überfahrt von El Nido nach Coron Town war auf einem Touristenboot sehr angenehm. Etwas verwirrend waren anfangs jedoch die identischen Namen einiger Orte und Inseln. Da gibt es die Insel Busuanga mit der Stadt Coron. Auf Sichtweite von der Stadt Coron liegt die Insel Coron, die wiederum in der Coron Bay liegt.
Busuanga Island ist die größte Insel der Calamian Group. Eine halbwegs befestigte Straße führt von Coron nach Westen Richtung New Busuanga, auf der nur vormittags zwei klapprige Busse und ein paar Jeepneys fahren. Für Naturfreunde ist die Insel ideal zum Wandern, Traumstrände gibt es dagegen keine.
Die Kleinstadt Coron besitzt unter anderem einen Markt, eine Fischereischule, ein Krankenhaus, eine Disco und mehrere Geschäfte. Es gibt ein paar einfache Unterkünfte und Restaurants, die uns allerdings nicht zusagen. Die Häuser sind auf Pfählen über dem Wasser gebaut mit schönen großen Veranden. Bei Ebbe ist darunter allerdings alles matschig. Es riecht nach fauligen Abwässern. Ein Paradies für Moskitos.
Nachdem wir alle möglichen Unterkünfte abgeklappert haben, werden wir im Kokos Nuss Garden Resort fündig, das etwa ein Kilometer außerhalb komfortable und nett eingerichtete Cottages frei hatte. Wir haben uns in der ruhigen Anlage, die mitten in einem schönen Garten mit einem Springbrunnen liegt, direkt wohlgefühlt. Der Besitzer ist ein Deutscher (aus Hanau !!!), der hier mit seinem erwachsenen Sohn, seiner philippinischen Familie und seinem Deutschen Schäferhund lebt.
Am nächsten Tag haben wir morgens auf dem Markt Fisch, Gemüse und Reis gekauft und anschließend eine Tagestour nach Coron Island gemacht. Zuerst geht es zu einem kleinen Marine Park, wo wir zwei Stunden lang schnorcheln konnten. Die Korallen waren einfach superschön und die Fische farbenprächtig. Es war wie in einem Aquarium und wir haben sogar eine Moräne gesehen! In der Zwischenzeit hat unser Bootsführer Reis gekocht und den Fisch gebraten. Anschließend ging es weiter nach Coron Island.
Das nahezu unbewohnte Coron Island besteht aus steil aufragenden Kalksteinfelsen mit vielen Höhlen und einsamen Sandbuchten. Im Inneren liegen mehrere versteckte Bergseen. Wir erklimmen über einen Pfad den wunderschön türkisfarbenen Lake Cayangan, um dort am Krater entlang zu schwimmen und die keilförmigen Felsen, die senkrecht in die Tiefe gehen, zu bestaunen. Nach dem Essen an einem der Sandstrände fahren wir noch in eine weitere Bucht zum Schnorcheln. Der Zugang zu der Bucht war allerdings wegen der Flut unter Wasser und wir mussten etwa einen Meter tief unter einen Felsen hindurchtauchen, um dorthin zu gelangen. Das Schnorcheln war sehr schön und die geschlossene Bucht auch sehr beeindruckend, allerdings blieben erst Rodney und dann ich beim Tauchen hängen. Markus hat mich mit einem kräftigen Stoß befreit.
Es war ein schöner Ausflug und wir hatten Glück, dass wir gerade noch rechtzeitig vor dem einsetzenden Regen zurück waren. Mittlerweile regnet es fast jeden Nachmittag 1 bis 2 Stunden. Offensichtlich hat die Regenzeit, die eigentlich erst im Juni anfangen soll, bereits eingesetzt. Da der Regen warm ist, macht uns das aber nicht viel aus.
Heute haben wir erfahren, dass in zwei Tagen ein Fischerboot nach San Jose (Mindoro) fährt. Wir fahren zum Hafen und finden auch den Kapitän, der uns sagt, dass wir morgens um 5 Uhr da sein sollen, wenn wir mitfahren wollen. Unsere Motorradtour, mit der wir über die Insel fahren wollten, fällt damit ins Wasser. Aber die Straßen waren wahrscheinlich sowieso zu schlecht.
Den letzten Tag verbringen wir mit Rodney und Liz bei den Hot Springs. Das Wasser ist so heiß, dass wir schnell ins Schwitzen kommen und es nicht lange aushalten. Eigentlich ist es viel zu schade, dass das heiße Wasser ungenutzt ins offene Meer fließt. Es könnte die ganze Kleinstadt Coron damit versorgt werden. Wahrscheinlich kommt hier keiner auf die Idee, heiß zu duschen. Immerhin wird es noch touristisch genutzt und Eintrittsgeld kassiert.
Die letzte Sehenswürdigkeit, die wir uns noch vorgenommen hatten, war der 640 m hohe Mount Tundalara. Der Aufstieg gestaltet sich um einiges schwieriger, als wir erwartet hatten. Wir konnten kaum glauben, wie viele Stufen wir bis zur Spitze erklimmen mussten. Oben angekommen waren wir vollkommen fertig, aber dafür wurden wir mit einem herrlichen Ausblick auf Coron (town) und Coron Island (gegenüber) entschädigt.
Eben so schön ist der Blick auf die Coron Bay. Hier in der nordwestlichen Coron Bay wurden 1944 ein Verband von 12 zwölf japanischen Kriegs- und Handelsschiffen versenkt. Sieben davon liegen in einer kleinen geschützten Bucht, wo die Wracks in kristallklarem Wasser in 30 bis 40 Metern Tiefe liegen. Ein verlockendes Ziel für erlebnishungrige Taucher.
Und hier sind wir schon mit dem Fischerboot unterwegs nach San Jose auf Mindoro. Anfangs war ich etwas entsetzt über die Zeltplane und dem Liegeplatz über der Bootskajüte. Aber nachdem es anfing, zu regnen, waren wir froh, dass wir hier unterkriechen konnten. Außerdem haben wir die meiste Zeit der 6 stündigen Überfahrt gut geschlafen.
San Jose liegt am Fluss Pandururan und ist kein ausgesprochen attraktiver Ort ist. Mit dem Trycicle fahren wir vom Pier in die 4 km entfernte Stadt, vorbei an sich endlos reihenden Häusern. Eigentlich ist San Jose Ausgangspunkt für Tauchfahrten zum Apo Reef, das auch toll zum Schnorcheln sein soll. Aber man muss dafür eigens ein Boot chartern und für Essen und Unterkünfte (z.B. zelten) selber sorgen.
Da das wöchentliche Schiff nach Panay in drei Tagen fährt, beschließen wir so lange in San Jose zu warten und das Internetcafe intensiv zu nutzen. 4 Stunden Internet kosten gerade mal umgerechnet 1 € und Markus ist im Schachhimmel. Alles andere kann man in San Jose vergessen. Es ist laut und uninteressant. Wenigstens haben wir ein kleines, nettes Restaurant gefunden, wo wir Squid und Prawns essen und auch frühstücken können.
Aber es kommt immer anders, als man denkt. Stecken wir doch mitten in einem Taifun. Das Boot geht weder am Donnerstag noch am Freitag und als wir am Samstag bereits auf dem Deck sind, beschließt die Wasserwacht die Weiterfahrt wegen hoher Wellen nicht freizugeben. Aber am Sonntag ging es dann endlich los. Die Freude war allerdings von nur kurzer Dauer. Die Wellen waren immer noch zu hoch. Mein Magen rebellierte wie verrückt.
In Mindoro konnte das Boot nicht am Pier anlegen und setzte uns irgendwo am Strand ab. Wir mussten unser Gepäck 300 Meter an die nächste, nahegelegene Straße tragen, um dort einen Bus anzuhalten, der uns mitnahm. Wenigstens hatten wir die Überfahrt geschafft und da das Wetter wieder regnerisch war, hielten wir erst gar nicht in Tangalan an, wo wir eigentlich schnorcheln wollten, sondern fuhren weiter nach Kalibo, der nächsten Stadt.
Die einzige Sehenswürdigkeit in Kalido war die Kirche. Aber Markus konnte sich am nächsten Tag nicht mehr bewegen. Er hatte sich den Rücken verrenkt. Wir mussten vorerst hierbleiben. Wenigstens war unsere Unterkunft mit einem Fernseher ausgestattet, sodass wir den Movie Channel voll nutzen konnten, der den ganzen Tag englische Filme brachte.
Auch wenn ich durch Tagesausflüge, wie hier zum Bakhawan Eco Park, die Zeit nutzte, um die Gegend zu erkunden, der Rücken von Markus wurde nicht besser. Wahrscheinlich hat er sich irgendwelche Bänder gerissen. Er konnte nicht sitzen, geschweige denn im Bus fahren.
Nach 6 Tagen Aufenthalt in Kalibo hat Markus die 4 Stunden nach Iloilo im Bus überstanden. Iloilo ist keine interessante Stadt, aber ein Verkehrsknotenpunkt für viele Schiffe und Fähren.
Da uns mittlerweile die Zeit davonläuft, haben wir einen Flug direkt nach Cebu gebucht, anstatt mit den Fähren nach Negros und weiter nach Cebu zu fahren.
Wenigstens hat Cebu City ein bisschen mehr an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Das Fort San Pedro wurde 1565 errichtet. Nach dem Ende der spanischen Ära wurde es erst von Widerstandskämpfern und dann von den Amerikanern als Stützpunkt und Kaserne genutzt. Im Zweiten Weltkrieg fiel das Fort an die Japaner, die mal wieder ein Gefangenenlager daraus machten.
Am 14.April 1521 wurde auf Cebu die erste katholische Messe abgehalten. Magellan würdigte den Beginn der Christianisierung des philippinischen Volkes mit der Errichtung eines Kreuzes. Dieses Originalkreuz soll sich in dem aus Brettern angefertigten hohlen Kreuz in diesem Pavillon befinden.
Der Bau der Basilica Minore del Santo Nino wurde 1740 vollendet. Unbestrittener Mittelpunkt der Steinkirche ist die kleine Jesuskind-Statue El Senor Santo Nino, die mit Juwelenkrone und edelsteinbesetzten Kleidern links neben dem Altar steht. Es soll ein Taufgeschenk Magellans an die Familie Humabon gewesen sein, die sich auf der ersten katholischen Messe 1521 haben taufen lassen.
Wir haben kein Foto von Santo Nino gemacht, weil die Menschen im Seitentrakt Schlange standen. Santo Nino ist heute noch der Schutzpatron der Cebuanos.
Nachdem wir am nächsten Tag um 9:15 Uhr nach Macau fliegen wollten, mussten wir am Flughafen feststellen, dass die Abflugzeit nicht morgens, sondern 9:15 abends („PM“) war. Wir hatten natürlich keine Lust, den ganzen Tag am Flughafen herumzuhängen und kamen auf die Idee, mit dem Taxi zur „SM City“ zu fahren, der größten Shopping Mall im Lande.
Selbst Markus meinte, dass es ein hartes Los für Frauen sei, das alles zu sichten.


























