China – Marcao

By ingebott

  

Macao ist reich an Sehenswürdigkeiten aus der Kolonialzeit.

Macao ist eine in der Nähe von Hongkong gelegene ehemalige portugiesische Kolonie, die im Jahr 1999 als zweite Sonderverwaltungszone in die Volksrepublik China integriert wurde.

Haupterwerbsquellen sind der Tourismus (8 Mio. Besucher im Jahr 2000) und das Glücksspiel, weshalb Macao auch das Monte Carlo des Ostens genannt wird. Die UNESCO nahm die historische Altstadt von Macao im Jahr 2005 ins Weltkulturerbe auf.

Als die Portugiesen 1516 in Macao landeten, war es nicht viel mehr als eine Fischersiedlung am Delta des Perlflusses. 1557 erlaubten die Chinesen den Portugiesen die Errichtung einer Ansiedlung, die Souveränität verblieb jedoch bei China, lediglich eine lokale portugiesische Verwaltung wurde eingerichtet.

Die Portugiesen nutzten Macao als Handelsposten und Zwischenstopp auf dem Weg von Lissabon nach Nagasaki. Als China 1547 den direkten Handel mit Japan untersagte, lief der Handel über Macao weiter. Die Portugiesen bauten den Standort zur Hafenstadt und schließlich zum Zentrum ihrer Präsenz in Asien aus.

Von Macao aus herrschte ein Gouverneur, der auch für die gesamten asiatischen Gebiete zuständig war, jedoch formal dem Generalgouverneur von Indien in Goa unterstand. Der erste portugiesische Gouverneur wurde 1680 eingesetzt, jedoch weiterhin unter chinesischer Souveränität. Die Portugiesen zahlten Pacht und Steuern an China.

1849 versuchten die Portugiesen erstmalig die vollständige Gewalt über Macao zu gewinnen und erklärten Macaos „Unabhängigkeit“ von China. Die Chinesen duldeten dies nicht. Es gab kleinere Gefechte; der Höhepunkt der Unruhen war der Tod des Gouverneurs Ferreira do Amaral. Am 26. März 1887 erkannte die Mandschu-Regierung das portugiesische Recht auf dauerhafte Besetzung an.

Während des 2.Weltkriegs war Macao neutraler Hafen, bis die Japaner 1943 ein Protektorat über Macao errichteten. Die japanische Herrschaft dauerte bis 1945. Nach der Aufnahme offizieller diplomatischer Beziehungen zwischen Portugal und China im Jahr 1979 wurden 1985 die Rückgabeverhandlungen aufgenommen, ein Jahr nachdem die britische Regierung der Rückgabe Hongkongs für das Jahr 1997 zugestimmt hatten.

Das sozialistische Wirtschaftssystem Chinas wird in Macao nicht angewandt. Macao genießt Autonomie mit Ausnahme der Verteidigung und Außenpolitik: diese werden von Peking bestimmt.

Die katholische Kirche vertritt nach neueren Angaben etwa 15 % der Bevölkerung, die ursprünglich buddhistisch war. Der Buddhismus ist auch durch nichtchinesische Organisationen wie den tibetischen Buddhismus der Nyingmapa vertreten.

Als das Hafengeschäft immer mehr an den großen Nachbarn Hongkong abwandert, wird 1847 in Macao das Glücksspiel legalisiert. Da auch in Hongkong nur Pferdewetten erlaubt sind und die Chinesen als allgemein dem Glücksspiel sehr zugetan gelten, stellen die Kasinoeinkünfte seither einen Großteil des Bruttoinlandsproduktes.

Macao liegt im Mündungsdelta des Perlflusses. Das Gebiet der heutigen Verwaltungszone bestand ursprünglich aus drei Inseln. Durch Landaufschüttungen sind die Inseln Taipa und Coloane miteinander und Macao mit dem Festland verbunden.

In jüngster Zeit entwickelt sich Macao immer mehr zum Las Vegas Asiens. Seit Ende 2002 das Glücksspielmonopol gefallen ist, bewarben sich vornehmlich aus Las Vegas bekannte Konsortien um die Lizenz zum Bau von Kasinos. Im Mai 2004 eröffnete die „Las Vegas Sands, Inc.“ das mit einer goldenen Fassade versehene „Sands Macau“.

Tausende von Hongkongern machten sich in den 1990er-Jahren am Wochenende auf den Weg über die Mündung des Perlflusses. Das verschlafene Macao bot katholische Kirchen, koloniale Fassaden, preisgünstige Hotels und gutes Essen. Was wollte man mehr? Die besessenen Spieler kümmerte das nicht. Die Casinos waren rund um die Uhr geöffnet. Die Geldströme flossen: raus aus den Taschen der Spieler und hinein in die der Stadtverwaltung und des Monopolisten Stanley Ho. Bis zu 40 Prozent des Haushalts von Macao wurden allein durch die Spielsteuer gedeckt.

Als das Ende der Kolonialzeit nahte, fürchtete Stanley Ho um seine Geldquelle, denn natürlich hatte auch das kommunistische Regime in Peking das Glücksspiel verboten. Zumindest offiziell. Doch inzwischen waren die Pekinger Genossen vor allem auf Reichtum scharf geworden und machten mit Stanley Ho und der Stadtverwaltung einen Deal: Die Lizenzen würden verlängert, wenn auch andere Investoren zum Zuge kämen. Selbstredend, dass bei solchen Bieterverfahren auch immer für diejenigen etwas abfällt, die über die Lizenzvergabe entscheiden.

Und so glänzt es jetzt in Macao an allen Ecken und Enden. Bereits 20 Casinos sind in Betrieb. Das goldene Sands am Fähranleger wurde gerade auf 740 Tische und 1254 Automaten vergrößert. Seit seiner Eröffnung im Mai 2004 hat es bereits mehr als 20 Millionen Besucher angelockt. Es ist nach eigenen Angaben das größte Casino der Welt. Das Wynn Macao von Las-Vegas-Tycoon Steve Wynn gegenüber dem alten Casino Lisboa, das einst der Inbegriff des Glücksspiels in Macao war, hat 1,1 Milliarden US-Dollar gekostet, ist 20 Stockwerke hoch und zieht den Besuchern an 220 Spieltischen und 380 Automaten das Geld aus der Börse.

Von dieser ganzen Zockermentalität bekommt man im chinesischen Viertel der Stadt nichts mit. Wirtschaftlich bedeutend für Macao ist die Herstellung von Feuerwerkskörpern und Textilien. Pralinen und andere Süßigkeiten werden hauptsächlich in diesen kleinen Läden verkauft.

Natürlich gibt es auch genauso viele chinesische Tempel, wie es Kirchen in Macao gibt. Das hier ist der berühmte A-Ma Temple, der der Mutter Gottes geweiht ist.

Zufällig kommen wir an diesem chinesischen Tempel vorbei, der unterhalb eines wunderschön angelegten Parks steht. Ich fand ihn jedenfalls beeindruckend und er scheint auch sehr alt zu sein. Bereits 1277 flohen Mitglieder der südlichen Sung-Dynastie mit etwa 50.000 Anhängern vor den Mongolen nach Macao. Dies ist die erste Aufzeichnung über Bewohner in Macao.

Qigong steht für eine hoch entwickelte Übungsmethode aus dem alten China, um die Bewegung und Verteilung von Qi im menschlichen Körper zu fördern. Im Zentrum der Übungspraxis stehen dabei die Atmung, die bewusste Aufmerksamkeit sowie die Bewegung des Körpers, wobei grundsätzlich zwischen Übungen mit äußerer Körperbewegung und Übungen ohne äußere Körperbewegung („Stilles Qigong“) unterschieden wird.

Das Wahrzeichen von Macao: Die Ruinen von St. Paul. Im Jahr 1835 wird die Pauluskirche bei einem Taifun zerstört. Seitdem steht nur noch die Fassade.

Die Einwohner Macaos sprechen hauptsächlich kantonesisch (87,9 %), hochchinesisch (1,6 %) sowie andere chinesische Dialekte (7,5 %). Nur 3 % sprechen andere Sprachen. Wir waren ganz erstaunt, dass so wenig englisch gesprochen wurde.

Zurück nach Hongkong fahren wir mit den regelmäßig verkehrenden Schnellfähren. Täglich wird die Strecke Macao-Hongkong rund 150 Mal von Luftkissen- und Tragflügelbooten befahren. Die Überfahrt dauerte eine Stunde und war recht leise und angenehm. Jetzt haben wir noch 3 Tage Hongkong, dann geht es für mich zurück nach Deutschland. Markus wird seinen Rückflug sausen lassen, da er nicht die 12 Stunden von Hongkong nach London sitzen kann. Hoffentlich hat er keinen Bandscheibenvorfall. Wir werden sehen…..

Eine Antwort schreiben